{"id":1751,"date":"2021-11-08T10:36:02","date_gmt":"2021-11-08T09:36:02","guid":{"rendered":"https:\/\/berlinerverlagspreis.de\/?page_id=1751"},"modified":"2021-11-08T10:36:03","modified_gmt":"2021-11-08T09:36:03","slug":"laudatio-verlagshaus-jacoby-stuart","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/berlinerverlagspreis.de\/?page_id=1751","title":{"rendered":"Laudatio Verlagshaus Jacoby &#038; Stuart"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-1 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:2%\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:96%\">\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Laudatio auf das Verlagshaus Jacoby &amp; Stuart<\/h2>\n\n\n\n<p><em>Von Olivia Wenzel, Mitglied der Jury des Berliner Verlagspreises 2021<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Der 2008 von Nicola Stuart und Edmund Jacoby gegr\u00fcndete Verlag Jacoby &amp; Stuart ist mittlerweile zu einer festen Gr\u00f6\u00dfe unter den unabh\u00e4ngigen Verlagen in Deutschland geworden. Dies l\u00e4sst sich an zahlreichen Auszeichnungen und Besprechungen ablesen, aber vor allem an den B\u00fcchern selbst: Lektorat, Layout, Einband und Bindung stehen im Zeichen von Sorgfalt und Umsicht, und zeugen von hohem verlegerischem Anspruch sowie einer tiefen Liebe zum Buch. Doch wie steht es um die Inhalte?<\/p>\n\n\n\n<p>Auf den ersten Blick erscheint das Programm etwas eklektisch: Fantasievolle Pappbilderb\u00fccher f\u00fcr die ganz Kleinen, \u00e4sthetisch anspruchsvolle Kinder-Bilderb\u00fccher von deutschsprachigen und internationalen Autorinnen und Illustratoren, Kinder- und Jugendromane, Comics und Sach-Comics stehen gleichwertig neben Graphic Novels, illustrierten Sachb\u00fcchern, illustrierten Kochb\u00fcchern und Coffee-Table-Books.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch wirft man einen genaueren Blick ins Programm wird deutlich: In der Gesamtschau f\u00fcgen sie sich schl\u00fcssig zusammen; das Programm zeichnet sich best\u00e4ndig durch ausdrucksstarke \u00c4sthetiken, gesellschaftlich relevante Inhalte und eine philantrope Haltung aus.<\/p>\n\n\n\n<p>In diesem Zusammenhang sei beispielhaft die \u00dcbersetzung \u00bbDie Erfindung der Rassen\u00ab des Populationsgenetikers Guido Barbujani genannt, das aufzeigt, weshalb das Konzept der \u00bbRassen\u00ab l\u00e4ngst obsolet ist. Oder Fleur Daugeys Buch \u00bbFreiheit! Harriet Tubman, eine amerikanische Heldin\u00ab \u2013 ein Buch, das uns eindrucksvoll die Biographie einer Frau nahebringt, die in den USA der Sklaverei entfloh und sp\u00e4ter f\u00fcr ihre Abschaffung k\u00e4mpfte. Solche Titel (zu denen auch \u00bbDie allgemeine Erkl\u00e4rung der Menschenrechte f\u00fcr junge Menschen\u00ab von Cai Schmitz-Weicht und Ka Schmitz geh\u00f6rt) setzen soziale, teils harte Realit\u00e4ten fantasievoll und eindringlich in Szene. Zwei B\u00fccher, die von ganz unterschiedlichen Kinderschicksalen in NS-Zeiten erz\u00e4hlen, verdeutlichen dies insbesondere:<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbDas Kostbarste aller G\u00fcter\u00ab von Jean-Claude Grumberg, kraftvoll und anmutig illustriert von Ulrike M\u00f6ltgen, ebenso wie \u00bbDie letzte Reise \u2013 Janusz Korczak und seine Kinder\u00ab von Ir\u00e8ne Cohen-Janca, illustriert von Maurizio A.C. Quarello.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch es gibt auch leichtere Kost. Und damit spiele ich nicht auf die oft wunderbar bebilderten Kochb\u00fccher an, sondern auf so Erbauliches wie \u00bbAn einem Donnerstag fiel es vom Himmel\u00ab. Im Bilderbuch der kanadischen Fan-Br\u00fcder r\u00e4tseln verschiedene Insekten, was das Wunder, das vom Himmel fiel und das uns Lesende stark an eine Murmel erinnert, blo\u00df sein k\u00f6nnte. Eine Geschichte, die mit leisem skurrilem Witz von Gemeinschaft und Selbstsucht erz\u00e4hlt. \u00c4hnlich magisch geht es beiminternationalen Illustrations-Popstar Benjamin Lacombe zu, der \u00fcberwiegend literarische Klassiker f\u00fcr Erwachsene illustriert. Seine gro\u00df\u00e4ugigen Kindsfrauen bilden einen interessanten Kontrapunkt zum Stil deutscher Stars der Kinderbuchillustration, die beispielsweise mit Rotraut Susanne Berner, Jutta Bauer, Axel Scheffler, Atak, Judith Drews oder Britta Teckentrup vertreten sind. Von letzterer sei hier kurz das Buch \u00bbVon Raben und Kr\u00e4hen\u00ab erw\u00e4hnt, das uns als Jury vorlag und begeisterte: Es l\u00e4dt ein, die dunklen V\u00f6gel ganz neu zu betrachten, und versammelt gekonnt Poetisches und Informatives zu den originellen Darstellungen der Tiere.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei all der internationalen Strahlkraft, \u00e4sthetischen und inhaltlichen Bandbreite k\u00f6nnte man sich fragen, was Jacoby &amp; Stuart eigentlich zu einem <em>Berliner<\/em> Verlag macht. Die Antwort lautet: Genau das. In 13 Jahren Verlagsarbeit hat das Team um Jacoby &amp; Stuart ein \u00fcberzeugendes, \u00e4u\u00dferst vielseitiges Programm aufgebaut &#8211; von Berlin aus, aber nicht nur f\u00fcr Berlin. Dem Verlag gelingt es, etliche nationale und internationale Perlen zu einem facettenreichen Schatz zusammenzuf\u00fchren; viele seiner Titel wirken oft noch lange nach dem Lesen nach.<\/p>\n\n\n\n<p>Dazu und zu diesem Preis, liebe Nicola Stuart und lieber Edmund Jacoby, gratulieren wir ganz herzlich!<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:2%\"><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Laudatio auf das Verlagshaus Jacoby &amp; Stuart Von Olivia Wenzel, Mitglied der Jury des Berliner Verlagspreises 2021 Der 2008 von Nicola Stuart und Edmund Jacoby gegr\u00fcndete Verlag Jacoby &amp; Stuart ist mittlerweile zu einer festen Gr\u00f6\u00dfe unter den unabh\u00e4ngigen Verlagen in Deutschland geworden. 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