{"id":2360,"date":"2024-11-05T11:06:14","date_gmt":"2024-11-05T10:06:14","guid":{"rendered":"https:\/\/berlinerverlagspreis.de\/?page_id=2360"},"modified":"2024-11-05T11:26:06","modified_gmt":"2024-11-05T10:26:06","slug":"laudatio-interkontinental-verlag-4","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/berlinerverlagspreis.de\/?page_id=2360","title":{"rendered":"Laudatio Transit Verlag"},"content":{"rendered":"\n<p style=\"font-style:normal;font-weight:400\"><a href=\"http:\/\/www.berlinerverlagspreis.de#die-preistraeger\">\u2190 zur\u00fcck zur Startseite<\/a><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Laudatio auf den Transit Verlag<\/h2>\n\n\n\n<p style=\"font-style:normal;font-weight:400\"><em>Von Gerrit Schooff, Mitglied der Jury des Berliner Verlagspreises 2024<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Ich freue mich sehr, dass ich im Namen der Jury einen der Berliner Verlagspreise an den Transit Verlag vergeben darf!<\/p>\n\n\n\n<p>Begonnen hat alles am 1. April 1981 in den West-Berliner Mehringh\u00f6fen. Dass der Verlag nicht als Aprilscherz gedacht war, wurde mit den ersten verlegten B\u00fcchern klar. Das erste Buch war eine Hommage an die damals in weiten Teilen West-Berlins verp\u00f6nte S-Bahn, garniert mit sch\u00f6nen Fotos vom Verfall und unterlegt mit einem irritierenden Text von Uwe\u00a0Johnson. Dazu kam ein kontroverses Buch zum Thema Hausbesetzungen. Das erste Verlagsjahrzehnt war gepr\u00e4gt durch kulturgeschichtliche Texte \u00fcber das Heulen, den Schluckauf, das Rauchen, das Akkordeon, die Vespa oder die Erfindung des Films \u2013 B\u00fccher, die allt\u00e4gliche Gegenst\u00e4nde oder Ph\u00e4nomene historisch hinterfragten und mit aufregenden und kuriosen Dokumenten und Fotos ausgestattet waren. Daneben erschienen aber auch schon Biographien, vor allem von deutschen Juden, die mit viel Gl\u00fcck und Geschick der geplanten Vernichtung entkommen konnten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Zeit ab 1989 war f\u00fcr den Verlag wie f\u00fcr Stadt und Land eine Zeit des Umbruchs. Der Verlag entwickelte einen weiteren Schwerpunkt: ein interessantes belletristisches Programm. Anfangs getragen von Autorinnen und Autoren, die in der DDR gelebt hatten und dort nicht \u2013 oder nur zensiert \u2013 publizieren konnten: Heinz Knobloch, Peter Wawerzinek, Jutta Voigt, Ines Geipel. Dazu kamen Briefb\u00e4nde von Uwe Johnson, Texte von Imre K\u00e9rtesz, George Grosz, F.C. Delius, Irina Liebmann und Wolfgang Hilbig.<\/p>\n\n\n\n<p>Sp\u00e4testens seit den 00er Jahren zeichnet sich der Verlag auch durch das Erschlie\u00dfen neuer Sprach- und Kulturr\u00e4ume aus. Hier kann der Leser Entdeckungen machen, die er bis dahin woanders wenig oder gar nicht machen konnte. Angefangen mit den Romanen von Maria Barbal aus dem Katalanischen und \u00bbDie Piroge\u00ab von dem senegalesischen Autor Abasse Ndione, gefolgt von B\u00fcchern aus Albanien und Nigeria bis zu der letzten Entdeckung, den B\u00fcchern des phillipinischen Autors Jose Desilay \u00bbKilling Time in a Warm Place\u00ab und \u00bbLast Call Manila\u00ab. Besonders hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang die Ver\u00f6ffentlichung des Buches \u00bbWir Sklaven von Suriname\u00ab von Anton de Kom. Einem der ersten und wichtigsten Antikolonialen Texte aus dem Jahre 1934.<\/p>\n\n\n\n<p>Die gro\u00dfen Traditionslinien des Verlages werden aber auch bis in die Gegenwart fortgesetzt. Ungew\u00f6hnliche (Auto-)Biographien zum Beispiel von Peter Wawerzinek und Nicolaus Sombart), Kulturgeschichten wie die \u00bbDie Schocken Villa\u00ab, \u00bbHannah H\u00f6chs Adressbuch\u00ab, \u00bbDer Gute Russentisch\u00ab und zuletzt \u00bbEin Haus schreibt Geschichte \u2013 Mommsenstr. 6\u00ab.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie auch schon in den Vorjahren m\u00fcssen und wollen wir auch dieses Jahr die besondere Bedeutung der Verlegerinnen und Verleger f\u00fcr die unabh\u00e4ngigen Verlage hervorheben. Beim Transit Verlag sind dies Gudrun Fr\u00f6ba und Rainer Nitsche. Sie haben die Idee des Verlages entwickelt und diesen durch H\u00f6hen und Tiefen mehr als vierzig Jahre erfolgreich in der Buchwelt platziert.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbRainer Nitsche, geboren in Swinem\u00fcnde, wurde in jungen Jahren nach Berlin gelockt und bereut das bis auf den heutigen Tag; so oft er kann, flieht er nach Franken.\u00ab So steht es im Abspann einer Berlin-kritischen Anthologie. Vielleicht kann ja die heutige W\u00fcrdigung dem etwas entgegensetzen. Dort in Franken und nat\u00fcrlich auch in Berlin gr\u00fcbelt seine Frau und Mitverlegerin Gudrun Fr\u00f6ba, \u00fcber das Layout und die Umschlaggestaltung der B\u00fccher, dass sie so unverkennbar macht wie auch das elegante, schlanke Format, in dem viele B\u00fccher des Transit Verlags daherkommen und die so von einem unverkennbaren Wiedererkennungswert gepr\u00e4gt sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Liebe Gudrun Fr\u00f6ba, lieber Rainer Nitsche, Euch und allen anderen Mitstreiterinnen und Mitstreitern des Transit Verlags ist es gelungen, seit \u00fcber 40 Jahren einen Verlag mit Leben zu f\u00fcllen, der sich durch sorgf\u00e4ltig hergestellte und stets lesenswerte B\u00fccher auszeichnet! Im Namen Eurer Leser danken wir daf\u00fcr und gratulieren von Herzen zum Berliner Verlagspreis 2024!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u2190 zur\u00fcck zur Startseite Laudatio auf den Transit Verlag Von Gerrit Schooff, Mitglied der Jury des Berliner Verlagspreises 2024 Ich freue mich sehr, dass ich im Namen der Jury einen der Berliner Verlagspreise an den Transit Verlag vergeben darf! Begonnen hat alles am 1. April 1981 in den West-Berliner Mehringh\u00f6fen. 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