Berliner Verlagspreis 2022

Der Berliner Verlagspreis wird gemeinsam von den Berliner Senatsverwaltungen für Kultur und Europa sowie Wirtschaft, Energie und Betriebe verliehen. Die festliche Preisverleihung findet am 13. November 2022 im Deutschen Theater statt.

Grußwort

Zwei Jahre Pandemie haben unsere Gesellschaft und das kulturelle Leben verändert. Fehlende Auftrittsmöglichkeiten und mangelnde Sichtbarkeit haben Künstler*innen wie kulturelle Akteur*innen an den Rand ihrer Existenz gebracht. Unabhängige Verlage waren davon besonders stark betroffen und sind es noch – auch durch die exorbitant gestiegenen Papierpreise. Mutig wird nun das facettenreiche literarische Leben Berlins gemeinsam mit dem Publikum neu erfunden. Dieser Neustart steht unter dem Vorzeichen tiefer gehenden Verunsicherungen, dem Krieg in der Ukraine und der Klimakrise. Die oft zitierte »Zeitenwende« braucht einen gesellschaftlichen Raum, um reflektiert zu werden. Die Berliner Verlagsszene ist einmalig und geprägt durch Bibliodiversität. Sie ist der Nährboden für politischen Diskurs, gesellschaftliche Analysen und Visionen. Unabdingbare Grundlage für Bibliodiversität ist das Recht auf freie Meinungsäußerung.

Jenseits von Bestsellerlisten und marktgängigen Formaten veröffentlichen unabhängige Verlage Bücher unter einem hohen wirtschaftlichen Risiko und setzen sich leidenschaftlich für Literatur und Meinungsfreiheit ein. Der Berliner Verlagspreis 2022 ist deshalb wichtiger denn je! Die drei mit insgesamt 68.000 Euro dotierten Berliner Verlagspreise verstehen sich als Unterstützung der gesamten Berliner Verlagslandschaft – verhelfen sie doch den unabhängigen Verlagen in Deutschlands größter Verlagsstadt zu mehr öffentlicher Sichtbarkeit.

Im vergangenen November ging der »Große Berliner Verlagspreis« an den Secession Verlag, mit den beiden »Berliner Verlagspreisen« wurden der Verlag Das Kulturelle Gedächtnis und das Verlagshaus Jacoby & Stuart ausgezeichnet.

Auch der Berliner Verlagspreis 2022 wird verdeutlichen, dass Berliner Verlage oft als Initiatoren von ästhetischen, thematischen und herstellerischen Innovationen von sich reden machen – dass sie mit ihren Büchern gesellschaftliche, wissenschaftliche und politische Diskurse anfeuern und befördern. Wir sind schon sehr gespannt auf die Entscheidung der Jury und freuen uns auf die Verleihung des Berliner Verlagspreises am 13. November im Deutschen Theater!

Dr. Klaus Lederer
Senator für Kultur und Europa

Stephan Schwarz
Senator für Wirtschaft, Energie und Betriebe

Der Preis

Der Berliner Verlagspreis wird seit 2018 gemeinsam von den Berliner Senatsverwaltungen für Kultur und Europa sowie Wirtschaft, Energie und Betriebe verliehen und mit Mitteln der Europäischen Union aus dem »Operationellen Programm des EFRE Berlin 2014-2020« gefördert. Vergeben wird – vorbehaltlich verfügbarer Mittel – der Große Berliner Verlagspreis, der mit 35.000 Euro dotiert ist, sowie zwei Berliner Verlagspreise über jeweils 15.000 Euro. Die drei weiteren Verlage der Shortlist, die Mitte Oktober 2022 veröffentlicht wird, erhalten eine Anerkennung in Höhe von 1.000 Euro. Mit dem Berliner Verlagspreis werden Verlage ausgezeichnet, deren Publikationen aus dem Mainstream (nicht nur) der Berliner Verlagslandschaft im besten Sinn des Wortes herausragen.

Die Bewerbung

Die Bewerbungsfrist für den Berliner Verlagspreis endete am 2. Juli 2022. Für den Berliner Verlagspreis können sich Verlage mit einem Umsatz bis zu zwei Millionen Euro bewerben. Es gilt hierfür jeweils der Umsatz des Vorjahres. Der Berliner Verlagspreis wird ausschließlich an Verlage mit einem Berliner Firmensitz (Hauptniederlassung) vergeben. Von der Verleihung ausgeschlossen sind Zeitschriftenverlage sowie Verlage, die sich mehrheitlich im Besitz einer größeren Verlagsgruppe befinden – es sei denn, diese Verlagsgruppe erwirtschaftet insgesamt einen Umsatz von unter zwei Millionen Euro. Auch Verlage, die ausschließlich E-Books oder Hörbücher produzieren, sind ausdrücklich eingeladen, sich zu bewerben.

Der Bewerbungszeitraum für den Berliner Verlagspreis 2022 ist beendet.

Die Jury

Cornelia Geißler
Berliner Zeitung

Volker Heller
Vorstand und Generaldirektor der Zentral- und Landesbibliothek Berlin

Manja Hellpap
Gestalterin bei typografie.berlin

Christian Ruzicska
Secession Verlag

Nina Wehner
Inhaberin der Buchhandlung Die Buchkönigin in Berlin-Neukölln

Olivia Wenzel
Autorin

Die Jury setzt sich aus unabhängigen Fachleuten der freien Literaturszene, der Literaturkritik, dem Bibliothekswesen, der Buchästhetik und dem Buchhandel zusammen. Ergänzt wird das fünfköpfige Gremium durch den Träger des Berliner Verlagspreises aus dem Vorjahr. Zwei Mitglieder der Jury werden jedes Jahr neu berufen. Sie wird bei der Preisvergabe folgende Kriterien berücksichtigen:

  • Publiziert der Verlag Programme mit Werken auf hohem ästhetischen Niveau, die sich auch jenseits des Mainstreams bewegen und über tagesaktuelle Wahrnehmung hinaus Bestand haben?
  • Pflegt der Verlag auch besondere Literaturformen, also Gattungen jenseits des Romans (Lyrik, Drama, Erzählungen, Reportage, Essay)?
  • Werden junge Autor*innen aufgebaut, wird ein Werk gepflegt, werden vergessene Autor*innen wieder zugänglich gemacht?
  • Veröffentlicht der Verlag Bücher von hoher künstlerischer Qualität, beispielsweise auf den Gebieten der Kunstbände, Graphic Novels, Comics, Kinderbücher oder Lyrikbände?
  • Werden Sachbücher mit gesellschaftlicher Relevanz verlegt und stoßen diese Publikationen gesellschaftliche Debatten an, greifen sie in aktuelle Diskurse ein oder geben sie richtungsweisende Vorschläge?
  • Besticht die herstellerische Qualität der Publikationen durch Originalität, sorgfältig überlegte Typografie und eine inhaltlich adäquate Ausstattung?
  • Unternimmt der Verlag besondere Anstrengungen, um die Sichtbarkeit seiner Autor*innen zu erhöhen?
  • Berücksichtigt der Verlag bei seinem Veranstaltungsmanagement die Zusammenarbeit mit dem Sortiment?
  • Setzt der Verlag auf neue Erlös-, Marketing- oder Vertriebsmodelle oder geht gänzlich neue Wege abseits klassischer Strukturen?
  • Setzt das Verlagsprogramm ganz oder in Teilen auf die Möglichkeiten digitalen Publizierens oder geht der Verlag auch hier ganz neue Wege, etwa in Marketing und Vertrieb?

Die Blogger*innen

Dieses Jahr begleiten sechs Bloggerinnen den Berliner Verlagspreis.

Max Duhr

Max aka @berlinbookboy wurde in Luxemburg geboren und zog im Alter von 19 Jahren nach Berlin, um Literatur und Philosophie zu studieren. Nach dem Masterabschluss verlor er den Literaturbetrieb als Kommunikationsmanager eines landeseigenen Unternehmens etwas aus den Augen und näherte sich diesem schließlich als Buchblogger wieder an. Gelesen und vorgestellt werden vor allem zeitgenössische Literatur von jüngeren Autor*innen und auch englisch- oder französischsprachige Bücher. Der Name berlinbookboy ist also keinem regionalem Bezug, sondern ausschließlich der Liebe zur Alliteration geschuldet.

Andrea Glaß

Andrea Glaß ist 1982 geboren und in einer brandenburgischen Kleinstadt aufgewachsen. Nach dem Studium der Linguistik an der Universität Potsdam hat sie in einer Berliner PR-Agentur volontiert. Es folgten über 10 Jahre als PR-Beraterin in der Modebranche. Heute arbeitet sie als freie Autorin vornehmlich zu Gesellschaftsthemen. Sie lebt mit ihrer Familie in Potsdam.

Anne-Sophie Hoffmann

Anne bloggt als @anne.liest.buecher auf Instagram und ihrem Blog über Bücher, die nicht von cis Männern geschrieben wurden. Ihr Herz schlägt für intersektionalen Feminismus und Indie-Verlage.

© Jan Welchering

Sophie Palme

Sophie Palme betreibt seit Dezember 2014 den Booktube-Kanal VersTand, auf dem sie bevorzugt über Klassiker aus Nord- und Osteuropa, deutschsprachige Gegenwartsliteratur, Sachbücher zu allerlei Themen und ab und an über Science Fiction und graphische Titel spricht. Bereits während des Skandinavistik-Studiums hat es sie beruflich in eine von Berlins größten Buchhandlungen, das Kulturkaufhaus Dussmann verschlagen, wo sie ihre Begeisterung für Literatur jeden Tag mit anderen Menschen teilen kann.

Julia Schmitz

Julia alias Fräulein Julia schreibt seit 2008 über Kunst, Kultur und Literatur. Immer im Fokus liegt dabei ihre Wahlheimat Berlin.

Hans Siglbauer

Gemeinsam mit seinem Partner und Gastautor*innen wie Nora Eckert arbeitet Hans Siglbauer seit 2019 an dem Online-Magazin the little queer review. In diesem beschäftigen sie sich aus queerer und queer-freundschaftlicher Perspektive mit Politik, Kunst, Literatur und Kultur. Dies vor allem – ganz im Sinne des Namens – in Form von Rezensionen, aber natürlich auch Kommentaren und Interviews.

Ablauf

2. MAI 2022
Beginn der Ausschreibung

2. JUL 2022
Ende der Bewerbungsfrist

OKT 2022
Veröffentlichung der Shortlist

13. NOV 2022 Preisverleihung im Deutschen Theater

Die Preisverleihung

Der Berliner Verlagspreis wird am 13. November 2022 um 11:00 Uhr im Deutschen Theater verliehen. Der Eintritt ist frei.