Berliner Verlagspreis 2019

Der Berliner Verlagspreis wurde am 17. November 2019 zum zweiten Mal gemeinsam von den Berliner Senatsverwaltungen für Kultur und Europa sowie Wirtschaft, Energie und Betriebe verliehen. Die festliche Preisverleihung fand in Anwesenheit von Senator Dr. Klaus Lederer und Staatssekretär Christian Rickerts im Deutschen Theater statt.


Foto: Cordula Giese

Die Preisträger

Berliner Verlagspreis 2019: Berenberg Verlag / Verbrecher Verlag

»Wir vergeben den Hauptpreis des Berliner Verlagspreises 2019 zu gleichen Teilen an zwei Verlage: Den Berenberg Verlag und den Verbrecher Verlag. Der Verbrecher Verlag ist mit beiden Beinen fest in der Berliner Verlagswelt verwurzelt. Er überzeugt mit klarer Haltung, mit Mut zum Ausufernden und Abwegigen, mit Kontinuität und Engagement seit fast 25 Jahren. Auf der gleichen, nicht der anderen Seite: der Berenberg Verlag. Ganz anders, was Programm, Ausstattung und Gestaltung angeht. Aber doch gleich in der Hartnäckigkeit und der außergewöhnlich hohen Qualität der Veröffentlichungen: Eine Kulturgeschichte des Staubes. Über 100 Jahre alte Reden eines indischen Literaturnobelpreisträgers zum Wesen des Nationalismus. Minuten-Essays zum Innehalten. Kafkas letzter Prozess. Die Frauen um Walter Gropius. Es sind wunderbare Entdeckungen, die man mit dem Berenberg Verlag machen kann. Vor 15 Jahren von Heinrich von Berenberg gegründet, hat sich der Verlag vor allem der nicht-belletristischen Literatur verschrieben. Historische Originaltexte und Übersetzungen sind genauso dabei wie neue Einlassungen und Gedanken. Der Verbrecher Verlag unterfüttert gesellschaftliche Debatten mit politischen Büchern und lässt wichtige Texte aus der Vergangenheit in der Gegenwart wirken – die 15-bändige Ausgabe der Tagebücher von Erich Mühsam, erstmals vollständig editiert und zusätzlich auch digital veröffentlicht, ist da nur ein Beispiel. Genauso aber haben Debütanten hier eine Plattform – ein Sprungbrett für nicht wenige Autor*innen, die der Verbrecher Verlag oft erfolgreich auf ihrem weiteren Weg begleitet. Beide kämpfen an vorderster Front für eine bessere, eine schönere Welt. Mit Büchern, die dazu einladen, selbst zu denken und immer wieder abzubiegen von der viel befahrenen Straße der Masse.« (Statement der Jury)

http://www.berenberg-verlag.de
http://www.verbrecherverlag.de

Berliner Verlagspreis 2019 – Förderpreis: KOOKbooks

»Jeder und jede weiß, Lyrik verlegen ist ein Wagnis. kookbooks machts trotzdem. Und wir, die Leserinnen und Leser profitieren von der ›Poesie als Lebensform‹ (so das Motto des Verlages), denn sie bringt immer wieder Bücher hervor, die durch ihren besonderen Zugriff auf Sprache uns neue Sichtweisen eröffnen, zum Nachdenken bringen und erfreuen. Die Wichtigkeit des Verlages für den poetischen Diskurs steht außer Frage. Wir freuen uns sehr Kookbooks den Förderpreis verleihen zu können.« (Statement der Jury)

http://www.kookbooks.de

Berliner Verlagspreis 2019 – Förderpreis: edition.FOTOTAPETA

»Kulturelle Unterschiede verstehen, Vorurteile abbauen, Grenzen öffnen – das hat sich edition.fotoTAPETA von Anfang an auf die blaue Fahne geschrieben. Der Verlag trägt in Zeiten, wo Meinungsfreiheit vielerorts eingeschränkt wird und Diskussionen vor allem erhitzt geführt werden, zu einer besonnenen, fundierten Debattenkultur bei. Und hilft, Texte zu entdecken, für die woanders selten Platz ist.« (Statement der Jury)

http://www.edition-fototapeta.eu

 

Der Preis

Der Berliner Verlagspreis wird seit 2018 gemeinsam von den Berliner Senatsverwaltungen für Kultur und Europa sowie Wirtschaft, Energie und Betriebe verliehen. Der Hauptpreis ist mit € 35.000,- dotiert, für zwei Förderpreise werden jeweils € 15.000,- ausgelobt. Die drei weiteren Verlage der Shortlist, die am 11. Oktober 2019 veröffentlicht wird, erhalten eine Anerkennung in Höhe von € 1.000,-. Mit dem Berliner Verlagspreis werden Verlage ausgezeichnet, deren Bücher und sonstige Medien aus dem Mainstream (nicht nur) der Berliner Verlagslandschaft im besten Sinn des Wortes herausragen.

Die Shortlist

»Wir freuen uns, dass sich mit insgesamt 82 Einreichungen mehr Verlage für den Berliner Verlagspreis 2019 als im Vorjahr beworben haben. Die Sichtung der eingesandten Bücher und Verlagsprogramme war sehr anregend, weil beeindruckende Entdeckungen zutage gefördert wurden und die erstaunliche Bibliodiversität der Berliner Verlagslandschaft sichtbar wurde. Wir haben uns bei den Jurysitzungen wie in einer gut sortierten Buchhandlung gewähnt und dieses Gefühl genossen. Die Qualität der Bewerbungen hat uns noch einmal die Notwendigkeit des Berliner Verlagspreises vor Augen geführt.«

Statement der Jury

Die Bewerbung

Die Bewerbungsfrist für den Berliner Verlagspreis endete am 31. Juli 2019. Für den Berliner Verlagspreis können sich Verlage mit einem Umsatz bis zu zwei Millionen Euro bewerben. Die beiden Förderpreise werden nur an Verlage mit einem Umsatz bis zu einer halben Million Euro verliehen. Es gilt hierfür jeweils der Umsatz des Vorjahres. Verlage dieser Größenordnung können jedoch auch mit dem Berliner Verlagspreis ausgezeichnet werden. Der Berliner Verlagspreis wird ausschließlich an Verlage mit einem Berliner Firmensitz vergeben. Von der Verleihung ausgeschlossen sind Verlage, die sich mehrheitlich im Besitz einer größeren Verlagsgruppe befinden – es sei denn, diese Verlagsgruppe erwirtschaftet insgesamt einen Umsatz von unter zwei bzw. einer halben Million Euro. Verlage, die bereits mit dem Berliner Verlagspreis oder einem Förderpreis ausgezeichnet wurden, sind für drei Jahre von der Teilnahme am Wettbewerb ausgeschlossen.

Die Jury

Ruth Klinkenberg

Geschäftsführerin der Marga Schoeller Bücherstube

Nadine Kreuzahler

Kulturredakteurin beim rbb

Betina Müller

Professorin an der Fachhochschule Potsdam

Caca Savic

freie Autorin

Susanne Schüssler

Geschäftsführerin im Verlag Klaus Wagenbach

Ute Schwens

Stellvertretende Generaldirektorin der Deutschen Nationalbibliothek